Wieder zuhause

11. May. 2008 um 20:17 Uhr

Die drei Monate sind „wie im Flug“ vergangen, wobei dieser Ausspruch fuer uns nun aber eine neu Bedeutung bekommen hat: der Flug von Sydney nach Mauritius dauerte unendlich lange…! Um 04:00 Uhr war tagwach, ein Taxi fuehrte uns zum Flughafen, und mit der ueblichen Maritius Air-Verspaetung flogen wir fuer einen Zwischenstopp nach Melbourne, und von da weiter nach Mauritius. Die Zeit in Flic-en-Flac (Mauritius) verbrachten wir hauptsaechlich am Strand. Faulenzen, mal ein bisschen im Doerfli flanieren gehen, im 28°C warmen Meer plantschen, um die Riffs rumschnorcheln, interessante kreolische Gerichte mampfen, mauritianisches Bier degustieren, die zwei Tage waren im Nu vorueber, und schon hiess es wieder um 04:00 Uhr aufstehen und zum Flughafen fahren. Der Flug nachhause war zwar lang, aber wir hatten Glueck, denn diesmal hatten wir einen moderneren Flieger, der auch aktuelle Kinofilme anbot. Also glotzen wir stundenlang auf den Minibildschirm und kennen nun sowohl „die Loeffelliste“ als auch „Book of Secrets“ und sind nun auch sattelfest in den Games, die per Touchscreen gespielt werden koennen. Da das Wetter optimal mitspielte, hatten wir an unseren Fensterplätzen auch freie Sicht nach unten und konnten uns Afrika schon mal von oben ansehen… der Nil, der sich durch die Wueste schlaengelt sah faszinierend aus. 

Nun sind wir wieder zuhause, und wir muessen gestehen, es ist wunderbar, wieder daheim zu sein. Wir haben extrem viel gesehen und erlebt, haben auch viel gelernt. Eins wissen wir aber sicher, um nichts auf der Welt moechten wir unser Zuhause anderswo haben als in der Schweiz. 

DOCH: unsere naechste Reise kommt bestimmt! Wann wie und wohin steht noch in den Sternen, aber gewisse Visionen schwirren bereits in unseren Koepfen rum… *hihi* 

Sydney

05. May. 2008 um 8:33 Uhr

Sydney: eine Stadt, aber wie alles in Australien –> halt ein bisschen groesser. Mit 12′000 km ist sie gut zweimal so gross wie der Kanton Bern… unmoeglich, das alles in 7 Tagen zu sehen, deshalb betrieben wir hier Rosinenpickerei.
Als erstes fuhren wir mit dem Lift 250m hoch zur Aussichtsplattfform auf den City Tower um uns mal einen Ueberblick zu verschaffen. Ueberwaeltigend! Soweit das Auge reicht: Stadt. Jede Menge Wasser, viel Grün, viele Wolkenkratzer, viele Menschen…einfach „wow“!
Da wir unser Autos ja nun nicht mehr hatten, gabs viele Kilometer zu Fuss abzuspulen. Sydney hat zwar ein recht gutes Netz an oeffentlichen Verkerhrsmitteln, aber bei Weitem nicht flaechendeckend. Ist ja auch nicht moeglich bei den Dimensionen. Und nach sovielen Kilometern im Auto taten uns ein paar Kilometer zu Fuss auch wieder mal nicht schlecht ;-) . Unser Appartement liegt ziemlich zentral, an der Oxford Street 2. In ca. 10 Minuten sind wir im Stadtzentrum, zur Opera brauchen wir nur etwa 15 Minuten à ein idealer Ausgangspunkt fuer unsere Entdeckungstouren.

Mit der Faehre fuhren wir zum Manly Beach, vom Schiff aus hatten wir eine erste herrliche Sicht auf die zwei Wahrzeichen der Stadt à Opera und Harbour Bridge, daneben die Hochhausburg. Umwerfend. Manly liegt auf einer schmalen Halbinsel mit einem Strand in der Hafenbucht, zu Fuss gelangt man in 2 Minuten auf die andere Inselseite und steht dann vor einem traumhaften Strand am Südpazifik. Leider war es nur knapp 20°C, das Meer bloss noch 18°C, also wurde nichts aus baedele ;-) . Die vielen Surfer hielten aber die Temperaturen nicht vom Wellenreiten ab.

Naechstes Highlight war dann die Harbour Bridge. Auf dem Weg dorthin kamen wir durchs Quartier „the Rocks“. Dieser Stadtteil, ehemals Slums von Sydney, wurde in den 80er Jahren saniert und präsentiert sich nun als Altstadtviertel mit schmalen Straesschen und Haeusern im Kolonialstil, alten Pubs und haufenweise kleinen Laedeli. Ueber 200 Treppenstufen erreichten wir den Pylon Lookout auf der Harbour Bridge und hatten einen  wunderbaren Blick auf die Opera.

Souvenirs und Gifts? Da gibt’s eine Topp-Adresse: Paddys Market –> da mussten wir hin. Und in der Tat, an x-hundert Staenden verkaufen hier fast ausschliesslich Asiaten alles, was das Herz begehrt. Wir legten uns eine zusaetzliche Reisetasche zu, damit wir unsere Beute nachhause nehmen koennen *hihi*
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Ein weiteres MUST DO in Sydney: Aquarium. Drei Ozeanarien sind im Hafen festgemacht: eins mit Haien, Rochen und groesseren Fischen, die anderen mit Meeresbewohnern von Sydney Harbour und Robben. Die transparenten Unterwassertunnel sind ein echtes Erlebnis.

Die Fahrt zum Aquarium bestritten wir uebrigens mit dem Monorail: Dieses Baehnli faehrt ca 6m ueber dem Boden auf nur einer Schiene einen Rundkurs in der Innercity. Mit AUD 4.20 zwar nicht ganz billig, aber man sieht die Highlights aus einer anderen Perspektive. War so lustig, dass wir gleich zwei Runden drehten (wenn man nicht aussteigt, kann man fuer den Preis stundenlang fahren *hihi*).

OPERA: faszinierend, interessant, imposant…und typisch australisch. Bei einer Fuehrung (AUD 35/P!!) erfuhren wir Details zum Prachtsbau:
·          Architekt war der Daene Jorn Utzon (er warf aber vor Beendigung des Baus den Krempel hin, ging zurueck nach Danemark und ist seither nie mehr nach Sydney gekommen…)
·          Baubeginn war 1959, im 1973 war das Haeusle dann fertig à nachdem das Fundament angelegt war, merkte man, dass es gar nicht so einfach ist, die Muschelform zu konstruieren, und man studierte und studierte, wie man das nun bauen koennte…eben Australien…;-)
·          Geplante Kosten des Baus: 7 Millionen, effektive Kosten: 105 Millionen (Mehrkosten zum Teil durch eine Lotterie gedeckt ) ;-)
·          das eigenwillige Dach ist bis zu 67m hoch und von 1.056.000 weißen Keramikfliesen bedeckt
Uebrigens sieht das Building auch in der Nacht umwerfend aus (Thess hat fast nen ganzen Akku verfoetelet…). Bester Standort fuer Purlizer-Preis-Verdaechtige Bilder: Circular Quai, Quai West. Von hier ist ebenfalls die Harbour Bridge und die Skyline wunderpraechtig bildfuellend zu geniessen. Ach ja, wir kamen sogar noch in den Genuss eines kurzen Feuerwerks, leider aber nicht direkt hinter der Opera.
Im Botanischen Garten sahen wir dann nebst viiiielen Pflanzen die tausenden von Flughunden in den Baeumen haengen, die wir bisher immer abends von unserem Balkon aus vorbeifliegen sahen.
Auch dem legendaeren Bondi Beach starteten wir einen Besuch ab à fuer einen Stadt-Strand wirklich nicht uebel, aber wer schon mal an der Gold Coast war, den hauts hier nicht vom Hocker… ;-)
 
Kings Cross ist da wo das beruehmte Cola Schild haengt, und damit ich das Teil auch beleuchtet fotografieren konnte, ueberbrueckten wir die Zeit bis zum einnachten in einem Lokal in Kings Cross (wer schon mal da war: in einem gaaaaaanz gewoehnlichen Lokal!!! ;-)  –> und fuer diejenigen, die noch nie da waren: dieses Quartier ist das Suendenbabel von Sydney… ;-) ).
Zum laedele ist die Stadt natuerlich absolut der Hammer, unendlich viele Sqares (= so was wie Shoppyland), von nicht so extrem teuer bis ganz enorm teuer findet man hier alles was das Herz begehrt (unser Gepaecklimit ist bereits erreicht, also hiess es „just have a look“ *hihi*).
Das Nachtleben kann sich hier sehen lassen, ab Freitag ist in unserer Strasse die Hoelle los. Jene Clubs und Bars buhlen um die Gunst der Gaeste, das Volk feiert das Weekend hier in vollen Zuegen. Ca. im 10 Minuten Rhythmus heulen Amulanzen durch die Gasse und pfluecken die Alkoholleichen von der Strasse.

Am 3. Mai haben wir dann Guenzes Geburi gefeiert, er bezeichnet sich nun als “old bag” (=alter Sack) *hihi*. Wir mussten ihn aufmuntern mit troestenden Worten wie “es gitt no aelteri Luet” oder ja itz bisch de wenigschtens scho bau so alt wi de usgsesch ;-)

Fazit: diese Stadt lebt, und hier passt nun auch der von den Aussies beliebte Ausspruch „very busy“ (=vielbeschaeftigt) genau hin.
Morgen werden wir den letzten Tag unserer Australienreise am Abend auf dem City Tower ausklingen lassen, dann geht’s ab nach Mauritius. Dort werden wir abheangen und anfangen, unser Abenteuer Australien zu verdauen, bevors am 9. Mai endgueltig in die Heimat zurueckgeht. Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen mit allen, die unsere Reise mitverfolgt haben.

…Darwin

28. Apr. 2008 um 8:40 Uhr

Darwin ist die Hauptstadt des Northern Territory, aber wer hier eine Grossstadt erwartet liegt falsch. In einer guten Stunde hatten wir das Wesentliche gesehen.  Eigentlich herrscht hier „tote Hose“, jene Shops sind leergraeumt und „for sale“ angeschrieben. Dieser Umstand verschaffte uns aber nun einige gemuetliche, relaxte Tage, die wir mit „Chare usruume“, abhangen und putzen und kleinen Ausfluegen ausfuellen konnten. 
-          Mindil Beach Sunset Market: mal was anderes, Maerit am Abend, mehrheitlich Fressstaende und der Rest gemaess Kuere Ramsch. Im Programm inbegriffen, Sonnenuntergang bestaunen und weils der erste Markt im Jahr war, gabs als Surprise ein Feuerwerk am Strand.
-          Fliegermuseum: fast mehr Schrott als Flieger… eben ein Australisches Museum ;-) .
-          Maerit in Parap: Deja-vu -> Mindil Market, einfach kleiner aber mit den selben Wahrsagern die wahrscheinlich die selben Geschichten erzaehlten
-          Straende: seeeeeehr viele schoene Beachs, aber –> hier hats ueberall von den Box Jellyfish, also nix mit baden! (Box Jellyfish sind Quallen, Koerperkontakt kann toedlich enden -> null Bock darauf *hihi*)
Heute ist’s nun soweit, um 01:40 in der Nacht hebt unser Flieger Richtung Sydney ab. Vorher muessen wir uns noch von unserem 3 monatigen 4-raedrigen Zuhause trennen.
Widmung an unseren USO: herzlichen Dank für die 17’200km unfallfreie Fahrt mit dir,  du hast uns auch bei extremsten Stassenverhaeltnissen nie im Stich gelassen. Deshalb: nochmals Prost auf die 2624 Liter Diesel die du gesoffen hast! ;-) )

..Kakadu and Litchfield NP

23. Apr. 2008 um 8:43 Uhr

Aus all unseren geplanten Tripps im Kakadu NP wurde nicht viel, alle interessanten 4WD-Tracks waren noch gesperrt (flooding). Das bewog uns dazu, einen Scenic Flight zu buchen à so konnten wir wenigstens von oben einen Blick auf den wunderschoenen Nationalpark erhaschen. Guenz entschloss sich, bereits am naechsten Tag nach Darwin zu reisen, er hatte das Gebiet bei einer frueheren Reise bereits ueberflogen.
Beim Nachtessen leistete uns ein Dingo Gesellschaft, 3 Meter neben uns legte er sich hin und machte ein Nickerchen. Seine Brueder und Schwestern machten sich dann in der Nacht auch lautstark bemerkbar, sie heulten immer wieder den Mond an.
Am naechsten Tag starteten wir am Mittag zum „Abenteuer“ Rundflug. Smithie, unser Bush-Bruchpilot *hihi* fuhr uns mit dem Bus zum Flugfeld, und wir konnten in einer 6-Plätzer Cessna, die nahezu so alt wie Smithie war (à und Smithie ist wirklich nicht der Juengste!! ;-) ) Platz nehmen. Mit von der Partie waren auch ein reiches Amerikanermutti mit ihrem Soehnchen. Mutti erklaerte dem Piloten, dass Soehnchen unbedingt neben dem Piloten sitzen muss…uns wars egal, schliesslich hat das Flugi ja ringsherum Fenster, und bei dieser Maschine sieht man vom Sitz aus durch die Frontscheibe eh nichts. Nach einer schnellbleiche, wie man im Notfall aus der Kiste rauskommen kann, startete Smithie die Maschine, holpperte uber die Landebahn und truddelte dann dem Himmel zu (Silverstar im Europapark kann einpacken! ;-) ).
Wir ueberflogen der Reihe nach die Hihghlihts des Nationalparks: Twin Falls, Jim-Jim Falls, Double Falls und weitere Falls ebenFalls *grins*,  dann uebr das Wetland, ein Blick auf Anhermland, und zum Schluss ueber die Uranmine in Jabiru.
(Nach einer halben Stunde Flug fing das Ami-Bubi vorne beim Pilot an zu kotzen, er kotzte wacker weiter bis und mit Landung à wir waren nun seeeeehr froh, hatte er den Platz beim Piloten und nicht neben uns! *hihi*.)
Am Nachmittag machten wir den obligaten Hoehlenmalereien-Tripp: Nourlangie Rock und Ubirr.
Das einzig geile an diesem Ausflug war fuer Kuere, dass man auf der Zufahrtsstrasse nach Ubirr an zwei Stellen den Fluss durchqueren musste (mehr als 30cm Wasser auf der Strasse).
Auch an diesem Abend gesellte sich „unser“ Dingo wieder zu uns, diesmal legte er sich sogar fast unter unseren Campingtisch, wohl in der Hoffnung, dass da mal was fressbares vom Tisch fallen koennte…
Letztes „must do“ im Kakadu: Jumping Crocodile! Mit einem Boot gings auf den Adelaide River. Schon nach wenigen Metern sichteten wir das erste Kroeki. Mit Fleischbrocken à ca. 1kg wurden die Tiere zum Boot gelockt und dann zum „jumpen“ gebracht. Je nach Laune und Hunger schossen die Krokodile 3 Meter aus dem Wasser, um an die Snacks zu gelangen. Das vorgaenig von uns belaechelte strikte Badeverbot in den Gewaessern im Kakadu erhielt fuer uns nun eine andere Bedeutung, besonders als Hannibal, ein ca 80jaehriger 6m langer Brocken mit einem furchterregenden „Gring“ ums Boot herumschwamm und uns anglotzte…unheimlich! Weiter gings dann in den Litchfield NP, aber auch hier waren jene Touren noch geschlossen.
Da es hier in den Tropen sehr warm ist (durchschnittlich 35°C), goennten wir uns eine Abkuehlung im Buley Rockhole und in den Florence Falls (beide gemaess Ranger kroekifrei, aber wir waren nun bedeutend wachsamer!).  Buley Rockhole wird als der „strongest Whihrlpool from Australia“ angepiesen – und das war er auch. Das Wasser stroemt nacheinander ueber etwa 1m hohe Absaetze in Felsenpools, ca 10 davon sind zum Baden freigegeben. Erfrischung hielt sich zwar in Grenzen, da das Wasser ca 30°C warm war, aber Massageeffekt 100%. Unser Nachtlager schlugen wir im Bushcamp bei den Wangi Falls auf, hier lesteten uns an Stelle von Dingos massenhaft Insekten Gesellschaft. Aber nicht genug: beim abendlichen Toilettenbesuch dann der Schock! Eine handgrosse fette Spinne sass beim Eingang zum Damenklo, was Thesi zu einem spontanan „hie gangeni nid ine..“ bewog. Beim Herrenklo sah’s dann besser aus, da war eine Spinne des selben Kalibers „nur“ noch auf einer der 2 Toiletten zu finden.
Die geplante Kurzwanderung zu den Wangi Falls fiel schon mal aus, Kroekialarm, Gebiet um den See war mit Plastikbaendern abgesperrt (Merker einschalten: wir haben ca. 200m vom See entfernt gepennt, und Kroekis gehen ja bekanntlich auch mal an Land..). Entgegen den Vortags eingeholten Informationen beim Tourist Info, war auch aus den beiden anderen geplanten Wanderungen nichts geworden -> Road Closed, Busse bei Missachtung AUD 2000.-. Spontan entschlossen wir uns nochmals in die Whirlpools zu gehen, und dann Richtung Darwin zu reisen. Unterwegs statteten wir der Kroekifarm einen Besuch ab. War interessant, stank aber fuerchterlich. Ein Teil der Tiere, welche zur Schau gestellt werden, sind Krokodiele welche in den NP’s gefangen wurden, es werden hier aber auch Krokodile gezuechtet. Die kommerzielle Verwertung von Fleisch und Leder ist nur bei wildlebenden Krokodilen verboten.
Nun sind wir in Darwin und verbringen die letzten Tage im Northern Territory mit Sightseeing und mal schauen wie wir unser Gepaeck auf 20kg/Nase abspecken koennen… :-D

…around Katherine

um 8:35 Uhr

Unsere naechsten Highlights sind ueber 1000km entfernt, also stand Kilometer abspulen auf dem Programm.
Mit flotten 120 – 130 km/h brausten wir ueber den HWY -> dass machte unseren USO unheimlich durstig, er „soff“ ueber 20 lt/100km ! Beim Halt in Wycliff Well bewunderten wir die gruenen Maennchen. Der Roadhousebesitzer ist ueberzeugt, dass „sein“ Gebiet Landeplatz fuer UFO’s ist (wir verstehens, wenn man ein paar Jahre hier leben muss, muss man auf komische Gedanken kommen ;-D )
Den naechsten Halt machten wir bei den Devil Marbels. Viele hundert Steinkugeln mit Durchmessern von 10 und mehr Metern liegen kreuz und quer auf einem riesigen Gebiet herum, wie von Zyklopenhand verstreut. Ueber die Entstehung dieser Kugeln ist man sich nicht im Klaren (auch wir fanden es nicht raus…). Wir waren nun im Tropengebiet (Tennant Creek), Tagestemperatur um 35°C und Nachtabsenkung auf etwa 20°C.
Am naechsten Tag ging’s weiter nordwaerts, beim Glacestop in Elliot wurden wir von einer Schar frechen Pfauen umzingelt die „geil“ auf unsere Glacen waren. Schwanzfederjagd war aber erfolglos.. *hihi*  Den naechsten Stop legten wir im legendaeren Daily Water Pub ein, die Tapete in diesem Schuppen besteht aus BH’s, Hoeschen, Geldscheinen und anderen Objekten, die die Touris als Souvenier an die Waende tackern. Unser Nachtlager errichteten wir dann im Mataranka Homestead, ein sehr idyllischer Platz mitten im Regenwald, mit einem 34°C warmen Thermalpool -> nach der langen Autofahrt eine willkommene Entspannung. Bei den Sanitaereinrichtungen tummelten sich am Abend jede Menge Getier herum: faustgrosse Aga-Kroeten, Geckos, Froesche, Spinnen (waeh!!!) und Wallaroos rum. Hier braucht man am Abend wirklich keinen Fernseher!
Am naechsten Morgen erfrischten wir uns in den nahegelegenen Bitter Springs, ebenfalls Thermalquellen. Hier konnte man ein paar hundert Meter im „Fluesschen“ durch den Regenwald schwimmen, ein Erlebnis fuer ALLE Sinne: Wasserschlangen, stellenweise ekelerregende Duefte und herabhaengende Spinnennetze mit fetten Spinnen drin, und auf dem Fussmarsch zurueck zum Auto erschraken uns noch 4 schwarze Wildschweine die aus dem Busch sprangen, genau vor unseren Fuessen durch (riesen Gekreisch der weiblichen Teilnehmerin an diesem Ausflug inbegriffen!!! *hihi*).
Aus dem geplanten Abstecher in die Katherine Gorge wurde dann leider nichts, wegen zuviel Wasser schnorcheln nach Angaben des Rangers einige Salzwasserkroekis in der Schlucht rum… wir beschlossen daher zu den Edith Falls zu fahren, dort hat’s gemaess Ranger keine. ;-)
Das Busch-Camp bei den Edith Falls war dann wirklich wunderschoen.
Nach einem ausgiebigen Fruehstueck machten wir uns dann zu Fuss auf den Weg zum Sweet Water Pool. Unterwegs kamen wir an den 2 hoeher gelegenen Pools der Edith vorbei, im Upper Pool goennten wir uns im 2 graedigen, kristallklaren Wasser eine Badepause. Aus dem Weiterwandern wurde dann aber nichts, die Route war in Folge Unterhaltsarbeiten „closed“ (es wurden „kontrollierte Feuer“ gelegt, um das mannshohe Gras zwischen den Baeumen abzufackeln). Am Nachmittag tummelten wir uns noch im untersten Pool. Ploetzlich spuerte Thess einen Biss am Bein und verliess fluchtartig das Wasser (Suesswasserkroeki???). Kuere: „es het da sicher nid Zueg’s drinn wo biist!“ …  bis er dann selber ebenfalls gebissen wurde (und ebenfalls fluchtartig das Wasser verlies *hihi*). Erklaerung des Rangers, der am Ufer sass und uns amuesiert beobachtet hat: es hat hier kleine schwarze Fische, die tatsaechlich beissen, wenn man Mueckenstiche oder Wunden hat -> Mueckenstiche hatten wir massenhaft zu bieten. Jedoch versicherte er uns, es seien keine Piranhas -> Seeehr beruhigend, die Bademotivation ist dann aber doch gesunken.

…Uluru

14. Apr. 2008 um 9:33 Uhr

Die naechste Etappe fuehrte uns ueber 460km durchs Red Center, landschaftlich sehr schoen, aber so nach 200km „wow, schau mal die schoene Sandduene“ und „wow, schau mal die schoenen Baeume da“ konnte ich keine Bemerkung mehr machen, ohne mich zum x-ten Mal zu wiederholen ;-) .
Doch: was sind schon 460km, wenn man dann als Belohnung den Berg der Berge zu Gesicht bekommt? Kurz nachdem die Schreiberin einen ersten Blick auf den magischen Felsen erhaschen konnte, befahl sie „Foto-Stopp“. Die zwei Begleiter mussten ihr hinterher auf eine Duene hochkrackseln, um zu foetelen, obwohl sie ihr versicherten, dass der Uluru noch aus viel naeherer Naehe zu knipsen sei *hihi*.
Der Ayers Rock ist aber in der Tat ein umwerfender Anblick, irgendwie unwirklich, wie der Felsen dasteht… die Magie des Uluru hat uns in seinen Bann gezogen.
Puenktlich zum Sonnenuntergang standen wir dann um 17:45 Uhr mit 100ten von anderen Touris am Sunset Viewing Point, um den heiligen Berg im Abendlicht zu knipsen. Als die Sonne dann langsam verschwinden wollte, schoben sich dicke Wolken vor diese…irgendwie waere sunset anders :-D . Dennoch knipsten wir wie die Wilden.
1985  wurde fuer all die Ayers Rock-Touristen ein Ressort gebaut: Yulara. Da weit und breit kein anderer Campingplatz ist, bezogen wir unser Nachtlager auf dem 4-Stern Campground im Ressort (stellten aber dann fest, dass hier die Sterne wahrscheinlich im Lotto gewonnen wurden… ;-) ).
Am naechsten Morgen machten mir uns auf den Weg zu Kata Tjuta (Olgas), montierten die Wanderschuhe und wanderten den „Valley of the Wind“ Track (7,4km à fuer Australier mit 4 Stunden angegeben, aber wir topp-fitte Schweizer schafften das fast in der halben Zeit *hihi*). War wunderschoen, um die Bergkoepfe rum und durch die Schluchten zu wandern. 
Am Nachmittag starteten wir dann zur Umrundung des Uluru, weitere 10 km „per pedes“, das Ganze bei etwa 38°C im Schatten à aber wir wanderten an der Sonne! (Mensch, wir sind wirklich hart im nehmen!!! ;-) )
Auch diese Wanderung hat sich sehr gelohnt. Wir erhielten einen hautnahen Eindruck von der Groesse des heiligen Berges (Kuere z.B. in Form einer wunderschoenen Blase am Fussballen, diese fing aber bereits bei den Olgas an zu gedeihen…).
Am Abend starteten wir den zweiten Versuch mit „sunset am Uluru“ und diesmal wars dann traumhaft schoen! Ein unvergesslicher Moment, wie sich die Farbe des Ayers Rock und des Himmels aendert… magisch, fesselnd, unvergleichlich.
Bevor wir am naechsten Tag Richtung Kings Canyon weiterfuhren, statteten wir „dem Berg“ einen Abschiedsbesuch ab. Recht frueh waren wir bereits im Kings Canyon Ressort, es war wieder sehr heiss, und so hingen wir den Rest des Tages im/am Pool auf dem Campingplatz ab. Wie schon beim Ayers Rock schlichen auch hier immer wieder Dingos auf der Suche nach was Fressbarem ueber den Platz.
Am Tag darauf schnuerten wir wieder die Wanderschuhe, um den 6km Kings Canyon Walk unter die Fuesse zu nehmen. Nachdem wir die Warnschilder studiert haben (à tragen Sie robustes Schuhwerk und einen Hut –[komischerweise muss man da keine weiteren Kleider tragen, hat uns etwas irritiert *totlach*] - und nehmen Sie 2 Liter Wasser mit, ueberlegen Sie, ob die Wanderung mit Ihrer Gesundheit und Fitness zu vereinbaren ist) entschieden wir: wir koennens wagen ;-) . Nach einem recht steilen Aufstieg standen wir auf dem Hochplateau des Kings Canyon. Unbeschreiblich, der Ausblick der sich uns bot! Schroffe Felstuerme auf dem Plateau, senkrecht, wie von Messer geschnittene Felswaende, ueber die man 400m in die Tiefe gucken konnte, dann wieder eine malerische Schlucht mit einem See, mit Palmen… wahnsinn!
Sogar Kuere, nicht der ausgesprochene Wandersmann, war begeistert: zwar ein weiterer Berg, aber mit nichts vergleichbar, wie auch Kata Tjuta und Uluru.
Nun sind wir in Hermansburg.
Die geplante Route ueber den Mereenie-Loop konnte Guenz nicht fahren, er erhielt kein Permit fuer diese Strasse, sein Auto sei nicht geeignet. Wir entschieden dann, dass Guenz ueber Alice Springs nach Hermansburg kommt, und wir mit unserem „Chare“ direkt dahinfahren (Verbot fuer Guenz war absolut laecherlich, die Strecke war total normale unsealed Road, wie hundert andere auch in Australien…aber was solls ;-) ).
In Hermansburg, eine ausgesprochene Aboriginal-Siedlung, stach uns dann ploetzlich ein Warnschild ins Auge: Alkoholverbot, auch das Mitfuehren im Auto wird mit Busse oder Gefaengnis bestraft (1000 AUD oder 6 Monate Kiste)… Ups, wir hatten Bier, Wein und Bundaberg dabei…  ok, dachten wir, dann gehen wir mal auf den Polizeiposten und fragen, wie wir das Problem loesen koennen. Dort war aber keine Menschenseele anzutreffen… also gingen wir zum Campground zurueck, um mal zu ueberlegen, was wir nun tun sollen. Hier trafen wir auf eine Weisse, die uns erklaerte, dass wir hier in einem geschuetzten Areal sind, und wir „versteckt“ ein Bierchen trinken koennen. Und morgen, wenn wir aus dem Areal fahren, sollen wir dem Schroter dann allenfalls sagen, wir seien nur auf der Durchreise…. Im Weiteren erklaerte sie uns, wir sollen nicht zu nah am Zaun campen, die Aebis werfen Steine rein…Zaun??? Hmm..tatsaechlich, ein mannshoher Zaun mit 3 Stufen Stacheldraht umgibt das Camp! Also irgendwie haben wir schon gemuetlicher gecampt! *grins*.
Um 17:00 Uhr traf dann auch Guenz ein. Freudestrahlend stieg er aus seinem Auto und teilte uns mit: „ i ha de in Alice Springs no grad es Gascho Bier (= 30 weitere verbotene Cans) gkouft!“
Falls ihr nun nichts mehr von uns hoert, sitzen wir in Hermansburg im Knast und warten auf ein Fresspaeckli von euch *totlach*.
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…wir haben die Nacht heil ueberstanden in unserer Festung à es wirft aber schon Fragen auf à weshalb muessen sich die Touris hier in einem mit Stacheldraht umzaeumten „Zoo“verbarrikadieren, „zmitts“ in einer Aboriginal-Siedlung? Und weshalb ist der Platz in keinem Campingfuehrer aufgelistet?
Den Ausflug ins traumhaft schoene Palm Valley konnte Guenz nur halbherzig geniessen. Da die Zufahrt „only 4WD war, mussten wir seinen Combo in Hermannsburg zuruecklassen.
Das Valley machte seinem Namen alle Ehre, dem ganzen Flussbett entlang standen zum Teil 30m hohe Palmen, eine Spezies, die es nur noch in diesem Tal gibt, mit roten Blattstielen. Daie Palmen sehen im Jungstadium fast aus wie Rhabarberstoecke. Durchgeschuettelt nach einer wilden Flussbett-Strecke trafen wir wieder in Hermannsburg ein, und Guenz konnte sein Auto „unangetastet“ wieder in Empfang nehmen. Bereits nach ein paar Kilometern gab er uns dann aber unmissverstaendliche „I have a Problem“-Zeichen, und in der Tat, sein Zugzeil der Handbremse war gerissen. Das lose Stueck schleifte am Boden und schlug waehrend dem fahren immer wieder ans Hinterrad. Kuere holte sein First-Aid-Auto-Kit hervor und fixierte das herunterhangende Teil, es war aber klar, dass Guenz die Bremse in Alice reparieren lassen musste. Also beschlossenwir, noch am selben Tag durch die West Mac Donnell Ranges nach Alice zurueckzufahren. Unterwegs machten wir noch einen Abstecher zur Glen Helen Gorge…eine weitere Schlucht, aber zumindest fuehrte uns dieser Spaziergang zu einer schoenen Felslagune.
Am Tag darauf brachte Guenz seinen Wagen ins Garage und wollte dann noch ein bisschen Seightseeing in Alice machen. (à Mangels Bremskabel wurde die Bremse aber dann doch nicht geflickt, der garagier meinte, es ginge auch ohne… ;-) )
Wir fuhren nochmals zurueck in die West Mac Donnell Ranges um uns weitere Highlights anzusehen.
Simpson Gap, die groesste der Schluchten in dem Gebiet leuchtete in der Morgensonne wunderschoen orange. Der Schoepfungsgeschichte der Arrente-Aborigines zufolge entstand dieser felseinschnitt , als sich eine Regenbogenschlange auf ihrer Traumzeitwnderung den Weg durch die Gebirgsbarriere bahnte.
Danach suchten wir die Schlucht Standley Chasm auf… und staunten nicht schlecht, das hier fuer die Besichtigung 8$/Person verlangt wurde (war  zwar schon schoen, aber wir haben schon Schoeneres billiger gesehen *hihi*)

…Alice Springs und Off-Roaden

07. Apr. 2008 um 4:51 Uhr

Den Tag starteten wir mit dem Besuch des Desert-Parks in Alice, war sehr interessant. Eindruecklicher Film ueber die Entstehung des Red Centers, gut dokumentierte Infos ueber die hiesige Vegetation und eine umwerfende Raubvogleschau rundeten diesen Besuch ab. Fragen beantwortet uns ein kompetenter Parkwaerter in „buendner duetsch“ ;-) Park sehr empfehlenswert!

Weiter gings zum RFDS (Royal Flying Doctor Services). Die “Show” hier war eher magen und 0815, die Institution selber ist aber genial -> eigentlich analog REGA, jedoch wie alles in Down Under viiiiel grosser. Rein im Stuetzpunkt Alice sind 3 Flieger (Schweizer Pilatus P12!!!), 6Piloten, 5 Aerzte und 8 Krankenschwestern (oder Brueder) im Einsatz. Die RFDS wird staatlich unterstuetzt, jedoch der groesste Teil der Finanzierung geschieht via Spendegelder durch Australier und Touristen. In jedem Pub steht eine Sparbuechse (manchmal, besonders im Outback, ein BH der an der Wand/Decke haengt) wo die Gaeste ihr Retour-Muenz reinwerfen koennen. Und das tun sie auch!

Fuer die naechsten paar Tage war nun wieder Bush und Off-Roaden angesagt.
Via Ross HWY besuchten wir die Emily und Jessie Gap, zwei Schluchten in denen Aborigines Felszeichnungen zu besichtigen sind. In der N’Dahla Gorge Nature Park sind die Zeichnungen dann in den Fels geritzt/gemeisselt. Interpretation der Bilder ist jedem Besucher selbst ueberlassen, da die Aborigines dieses Wissen fuer sich behalten… (ist auch gut so, denn wir haetten diese Droge eh nicht bekommen, um diese Traumzeit-Flash’s zu erhalten *hihi*)
Von hier an ging’s dann wahrhaft ueber Stock und Stein weiter in die Ruby Gap Gorge. Die 32km lange Fahrt dahin dauerte doch sage und schreibe 3 Stunden und strapaziert sowohl unseren „Goeppel“ wie auch den Fahrer (nachtraeglich erfuhren wir dann, das diese Strecke mit Stufe 5, extrem, klassiert ist!). Wer diese Strecke auch mal unter die Raeder nehmen will, ist gut beraten sich an die „Vorschrift“, sich in Arltunga ab- und wieder zurueck zu melden, zu halten! Eine Panne kann Lebensgefaehrlich sein, da die Strecke extrem selten befahren wird. Die muehvolle Fahrt hat sich sehr gelohnt, es praesentierte sich uns eine traumhaft schoene Schlucht. Das ganz Flussbett (trocken) schimmert dunkelrot, beim genauen hinsehen entdeckt man dann weshalb das so ist: es liegen massenhaft Granate (Edelsteine) rum, leider aber nur in Sandkorngroesse… Ach ja, vor gut 100 Jahren als dieser Schatz hier entdeckt wurde, diese Steine als sehr wertvolle Rubine gehandelt, bis der Schwindel aufflog -> daher der Name Ruby Gap.
Zurueck in Arltunga, informierten wir uns beim oertlichen Ranger ueber unser geplante Weiterreise via Cattlewater Pass Richtung Gemtree. Kommentar des Rangers: oh it’s very easy, fuer die 60km muessten wir ca. eineinhalb Stunden rechnen. Gestuetzt auf dieser Info, machten wir uns um 15:30h auf den Weg, um noch bei Tageslicht unser naechstes „geplantes“ Camp zu erreichen (hier faengts bereits um 18:00h zu nachten). Doch bereits nach 5km standen wir wieder vor steilen Steinhaengen die wir erklimmen mussten, tiefsandigen Flusbetten die wir durchqueren mussten, gefolgt von ausgewaschenen Lehmpisten in denen unser USO bedenkliche Schraeglage bekam… nach 3 Stunden hatten wir 40km geschafft, es fing bereits an zu dunkeln.
Wir beschlossen ein spontanes „wildes“ Bush-Camp zu errichten, da solche Strecken ohne Tageslicht zu befahren ins Auge gehen koennen…
Am naechsten Morgen machten wir uns dann auf die letzten 20km dieses Tracks, war aber nicht mehr so heavy. Ueber den Plenty HWY kamen wir auf „normalem“ Gravel zuegig bis nach Gemtree. In der Gegend hier werden auch viele Edelsteine gefunden, hauptsaechlich Zircons. Man bemerke: Zircon = Edelstein -> das bedeutet Reubis muessen dahin und auch suchen gehen! :-D
Im Gegensatz zu den Opalen werden die Zircone nur wenige Zentimeter unter der Erdoberflaeche gefunden, daher praesentierte sich uns das Fossiking Field eher unscheinbar. In den kleinen Erdhuegeln „nuschten“ wir nach den wertvollen Glitzersteinchen, welche moeglicherweise von den richtigen Minern uebersehen wurden (war legal, da wir ein Permit hatten). Die Ausbeute reichte dann aber doch nicht, um unsere Ferien ein paar Monate zu verlaengern. (-> Stefu, wie steht’s mit der Spendensammlung?? *hihi*)
Via Pinnacle Road fuhren wir dann wir dann weiter, wieder Richtung Alice. Man bemerke, Pinnacle da waren wir doch am Anfang unserer Reise schon… und tatsaechlich, hier hatte es auch wieder von diesen lustigen, senkrecht aufragenden Steingebilden, aber nur im Kleinformat und nicht aus Sandstein sondern aus Erz- und Quarzgestein, schoen und beeindruckend.
Nach einer weiteren Bushcamp-Nacht mit waermendem Lagerfeuer, fuhren wir am naechsten Tag zurueck nach Alice. Ein weiteres mal strapazierten wir das Abwasser von Alice, der Dreck von 3 Tagen musste runter (duschen, Waesche waschen und USO innenreinigen). Da unser Meetingpoint mit Guenz erst fuer den 7. oder 8. April geplant war, hatten wir nun noch einen freien Tag zum „vertroedeln“. Nach einem Stadtbummel und anschliessender Durstloeschaktion in einem Pub, genossen wir wieder mal die Zivilisation und das bunte Treiben um uns herum.

Wie’s der Zufall so wollte, war auch Guenz mit seiner Reiseroute einen Tag frueher dran und so kam es auf dem Campingplatz zu einem beidseitig ueberraschendem verfruehten Wiedersehen!!! Das Trion ist nun wieder komplett.
Gemeinsam haben wir den weiteren Reiseverlauf „z’Fade gschlage“. Muessen noch „Futter“ kaufen gehen fuer die naechsten Tage (7 Tagestrip Uluru, Kings-Canyon usw. ist angesagt, wir wollen unser Budget nicht unnoetig mit den Horrorpreisen im Outback fuer Food und Getraenke belasten) und anschliessend noch ein „Maffiatoertli“ einfresen.

…to Alice Springs

01. Apr. 2008 um 8:39 Uhr

Mittlerweilen sind wir in Alice Springs, dem Herzen von Australien angelangt (Red Center).
Und nachfolgend ein Auszug unserer Erlebnisse auf dieser Etappe. 
In Coober Pedy besichtigten wir eine unterirdische Working Mine (so angepriesen, in Wahrheit aber war „Ruhetag“…) die Fuehrung war dann aber sehr interessant und ihre AUD 25.-/Nase wert. Coober Pedy gleicht einem riesigen Maulwurfsbau, oben tausende von Steinhaufen, unten ein Hoelenlabyrint (die Tunnel werden unkoordiniert „Handgelenk mal Phi“ vorangetrieben, oefters landen sie dabei in einem Nachbarclaim, und oefters auch sonst nicht dort wo sie eigentlich hin wollten). Auf meine Frage, ob die Statik der Tunnel und unterirdischen Hallen berechnet wuerden, war die Antwort: „na na na“ (Aussie-Slang fuer nein ueberhaupt nicht), wenn drei Maenner die Arme austrecken koennen sei das in der Regel kein Problem, es koenne aber schon mal ne Hoele zusammenkrachen… (Fazit: einmal mehr Crazy-Australia!) 

Auf einer City-Tour erhielten wir einen Einblick in den Coober Pedy – Alltag: unterirdische Serbische Kirche, Golfplatz ohne Rasen (!), Dugouts einst und heute (Mineneschaechte die in Wohnungen umfunktioniert werden, Vorteil ausgeglichenes Klima und Laermschutz -> gemaess Guide kann man da seine Frau erschiessen und niemand bekommt was mit… ;-) ), Energieversorgung (Strom fuer die gesamte Stadt wird mit riesigen Dieselgeneratoren erzeugt). Im Gegensatz zu Andamooka weiss man hier mit Touristen umzugehen, jedes 2. Haus ist ein Opal-Shop. Weiter ging’s Richtung Oodnadatta, ueber die Moonplain… hier werden oft Post-Nukleare Filme gedreht -> passt wirklich, 100km Steinwueste total! Nach einem Abstecher in die eindrucksvolle Paintet Desert kamen wir zum wirklich rosaroten „Pink Roadhouse“ in Oodnadatta (Crazy…). Wir waren nun schon sehr spaet dran und schlugen deshalb unser Camp mitten in der Wildnis auf. Ausser ein paar Pferden, Kuehen (die uns in der Nacht dann unser USO abschlabberten) und ein paar Roos waren wir alleine mit unserem Lagerfeuer und einer Million Sterne am Himmel. 

Bei der Planung unserer weiteren Reiseroute stach uns sofort das Opalfield in Mintabie ins Auge (Opal ist mittlerweilen ein Reizwort fuer uns *hihi*), da mussten wir hin. Einmal mehr lohnte sich ein solcher Abstecher. In Mintabie werden die Opale im Gegensatz zu Andamooka und Coober Pedy oben auf den Huegeln gefunden. 

Nach dem Znacht gingen wir fuer ein „Fuerobebier“ noch in Pub und lernten dabei Robyn kennen. Sie fuehrt einen der 3 Shops im 180 Seelen Dorf, verkauft ihre Waren aber ausschliesslich an Aboriginels. Nebenbei ist Sie und ihr Mann David ebenfalls Miner. Sie bot uns an, am naechsten Tag mit uns eine Sightseeing-Tour zu machen. Am naechsten Morgen halfen wir zuerst die angelieferten Waren abladen dann irgendwie und- wo im Gnuschlager und – Laden zu verstauen. Von Lebensmitteln ueber Kleider, TV, Gitarren, Gewehren, Desous bis zu Fasnachtskostuemen wird hier alles angeboten… Am Mittag gings dann auf die versprochene Tour, Robyn und David erklaerten uns vor Ort die verschiedenen Maschinen. Bei der Noodeling-Maschine trafen wir dann Tom, ein erfolgreicher Blackopal „Hunter“. Detailliert erklaerte er uns diese Noodeling-Maschine: zu hinterst fuellt mann Steinbrocken (mit vermutetem Opalgehalt) ein, diese werden „gecrasht“ und ausgesiebt, ueber ein Foerderband gelangen sie dann in den Darkroom wo mit Schwarzlicht Opal durch fluoreszieren erkennt wird. Solche Maschinen sind immer „Marke Eigenbau“. Der kroenende Schluss der Tour war Cindy, Davids ganzer Stolz, sein „Doozer“. Auch ich (Kurt) durfte eine Runde auf diesem Monster fahren (Modellheli fliegen ist bedeutend einfacher!). Der Doozer ist 68 Tonnen schwer, hat einen 600 PS Motor welcher pro Minute eine Liter Diesel saeuft! Die Herzlichkeit der Leute hier hat uns ueberwaeltigt, Robyn und David werden uns immer in Erinnerung bleiben.  Auf unserer Weiterreise nach Alice machten wir einen Abstecher zu den Henburys Meteorite Craters, eindrucksvoll! Vor 4700 Jahren schlugen hier 8 Meteoriten ein, der groesste hatte die Masse eines 200lt Oelfasses, der groesste Krater hat einen Durchmesser von 180m und ist 15m tief.  Weiter ging’s ueber eine geile „Offroad Route“ ins Rainbow Vally. Die freistehenden Sandsteinfelsen und –Klippen praesentierten sich uns wirklich wie ein Regenbogen. Von weiss ueber gelb, orange, rot, braun und schwarz leuchteten sie in die Wueste hinaus -> wunderschoen! 

Heute ist nun mal ein Relax-Tag, d.h.: Waesche waschen und Innenreinigung USO, wir wollen ja schliesslich keine Staublunge riskieren. *hihi* 

2. Teil …to Coober Pedy

26. Mar. 2008 um 15:10 Uhr

Fast schweren Herzens verliessen wir am Nachmittag unsere neu gewonnenen Freunde, um ueber den Oodnadatta Track unsere Reise nach Cooper Pedy fortzusetzen. Fantastische Landschaften, kaum beschreibbar! (Kuere meinte zwar, wenn man eine Stunde auf dem Beifahrersitz pennt, merkt man nicht, dass man 70 km weiter ist…ich aber konnte mich an jedem Steinchen ergoezen ;-) ). Unterwegs machten wir einen Abstecher zu den Mound Springs, extrem speziell  da fliesst doch tatsaechlich warmes Wasser oben aus den Huegeln! Zum Teil „blubbert“ es regelrecht aus Felsenbecken zutage, was im Umkreis von ein paar Metern zu einer ueppigen Vegetation fuehrt. Erklaerung fuer dieses Phaenomen: unter einem grossen Teil der „Desert“ liegt das Artesische Becken, ein Heisswasserpool von immensem Ausmass. In diversen Formen tritt es gebietsweise an die Oberflaeche oder wird angezapft als Wasserversorgung fuer Mensch und Tier  Wasser schmeckt fuer uns aber „komisch“… Auf dem Campsite in Coward Springs haette es sogar einen Hot SPA gehabt (natuerlicher warmwasser Whirlpool analog Mound Springs), wir liessen aber den Spass sein, da uns wieder mal 100′000 Fliegen im Nacken sassen… Weckdienst am naechsten Tag uebernahmen die Scharen von Kakadus… da kann ein Schweizer Wecker nicht konkurrieren. An alle Schweizer Voegel: ab ins Trainingslager, da konnt ihr noch was lernen! *totlach* Hellwach bemerkten wir sofort den naechsten Platten… wieder mal hinten links, also Radwechslen (koennen wir nun schon fast im Schlaf ;-) ). Wir beschlossen zu Pokern und nach Cooper Pedy weiterzufahren, wir hatten ja noch einen Joker: unser 2. Reserverad…auf solchen Tracks ein absolutes „muss“! ( Plan ging uebrigens auf *hihi*). Unterwegs statten wir dem legendaeren Williams Creek Roadhouse/ Pub einen Besuch ab und verewigten uns dort, das ist Pflicht. Von dort gings auf einer dirty Dirt Road nach Coober Pedy. War umwerfend schoen, Kuere hat keine Sekunde gepennt… real Desert, die Piste absolut krass und kurvig (Duenenumfahrungen oder Ueberquerungen), genau so wie auf den Bildern von Simpson Desert Durchquerungen..aber wir waren ja auch mitten drin. Erste Handlung in Cooper Pedy: Tanken (kennen wir ja schon) und Reifen flicken (kennen wir nun wirklich auch schon). Belastungsposten „Reifen flicken“ und „Diesel auffuellen“ halten sich nun schon beinahe die Waage in unserem Budget *grins*. Diesmal beschlossen wir aber nun, da dieser Schlauch bereits 3 Pflaesterli hatte, diesen nicht mehr flicken zu lassen, sondern durch einen neuen DICKEN ersetzen zu lassen.

Andamooka… unbelivable, we never forget it!

um 15:08 Uhr

In diesem Opal-Village wollten wir uns ueber den Opalabbau informieren und begaben uns deshalb ins Informationscenter. Der Poesteler-Miner-Infoman etc. meinte, ueber die Ostertage sei schlecht, dann machte er uns aber mit Juergen bekannt (Berliner, der den Winter hier verbringt und nach Opalen sucht). Juergen war dann bereit, uns am naechsten Tag mit auf sein Claim zu nehmen (plus minus 50 x 100m ;-) ), um zum letzten mal dort nach Opals zu buddeln. Bei Juergen zuhause wohnt fuer die naechste Zeit auch Uwe, der sonst in Queensland wohnt, frueher aber auch in Andamooke buddelte. Am Abend im Pub stellte Juergen uns dann noch Frank vor à 89 Jahre alt, ein Preusse, gewitzt und fuer sein Alter vollvital, Vollblut-Andamookaner. Nach unheimlich vielen interessanten Informationen (wie Opals entstehen, wo, was sie sind, was daraus gemacht werden koennte, die „Geschichte“ von Andamooka  etc.) legten wir uns um Mitternacht nach einem kleinen Imbiss à wir hatten das Znacht vergessen à ins Bett, den morgen um 8:30 Uhr war wieder Treffpunkt bei Juergen. Ubernachtet haben wir auf dem Parkplatz von Peter und Margot, dem eingangs erwaehnten Poesteler.
Puenktlich trafen wir am naechsten Morgen bei Juergen ein, es war aber nun nicht sicher, ob Pavel (oder Paul), der Baggerfahrer, nun heute wirklich in den Claim wollte…also Stippviste bei Pavel und nachfragen (Paul ist ein absolutes Scherzcake aus Tschechien, „Partner“ von Juergen, die Haelfte jedes Fundes aus dem Claim geht an ihn). Pavel liess sich ueberreden, trotz Oster-Besuch seiner Angehoerigen aus Adelaide. In der Grube trug dann Pavel mit dem Bagger eine letzte Schicht Gestein ab, um zum Opal-Level zu gelangen. Zwischendurch kontrollierten Juergen und Uwe, ob was kostbares zum Vorschein kommt. Die Ausbeute war dann ein Brocken mit einer rechten Opalader, Juergen hofft, dass das Ding etwa 6′000 AUD einbringt. Wir fuhren wieder zu Juergen, unterwegs trafen wir im Bottle Shop aber John ( Miner und Schleifer), der uns anbot, mit uns zum White Dam zu fahren, einer Untergrundmine. John lud lud uns nach dem informativen Tripp zu sich nachhause ein auf ein Bier, zeigte uns Videos und erzaehlte uns seine Lebensgeschichte (Serbe, als junger Bursche ausgewandert, erfolreicher Opaljaeger, dann schwerer Brandunfall, dann Frau und Kinder weg etc.). Dann zeigte er uns, wie die Opale geschliffen und gefinished werden, und er schenkte uns jede Menge Opals…einfach so…
Die naechste Nacht verbrachten wir auf dem „offiziellen“ Campingplatz. Der Besitzer, Arthur, weihte uns dort in die Geheimisse des „ruetelens“ ein.  Sogar Kuere, der das als Humbuk anschaute, fand mit den Ruten so einen Opal, den Arthur in die „Praerie „ warf… unbelivable!
Am naechsten Tag wollten wir nochmals mit Juergen und Uwe noodeln gehen (nicht was ihr denkt! Noodling ist ein Begriff der Aboriginals und bedeutet: in den Steinhaufen nach Opalen suchen à ist so aehnlich wie das mit dem blinden Huhn, das ein Koernchen findet *hihi)
Sowohl Juergen als auch Uwe hatten nach ein paar Minuten je eine „painted Lady“ (= Steinbrocken mit einer etwa 2mm dicken Opalschicht in den wunderschoensten Farben), beide fanden aber den zweiten Teil dazu nicht (waere wertvoll gewesen). Spaeter kam Pavel dazu, sah einen Brocken, sagte zu Kuere: „give me your hammer“, „braetschte“ eins auf den Stein, der brach in zwei Haelften und… ein unglaublich schoener Opal kam zum Vorschein… Wir selber fanden dann auch ein paar kleine Steinchen… nach Aussage unserer Freunde aber wertlos ;-) (Den Traum, unsere Ferien mit einem Megafund um ein paar Monate zu verlaengern, platzte also, *hihi*, aber à wir gehen ja noch nach Cooper Pedy…!)